Samstag, 31. Oktober 2026

Blick zurück — Bavaria Edition

Gesehen I „Das Schmuckstück“ mit Catherine Deneuve. Ich mag französische Komödien so viel lieber als deutsche... allein hier auch die Ausstattung, die Kleider, die Möbel (die Eames La Fonda Stühle!... und meinen Krug hab ich auch entdeckt), die Architektur. Alle Filme von François Ozon, die ich bisher gesehen habe (z.B. Sommer 85, Swimming Pool), sind toll — genau wie dieser jetzt. So gut, so lustig, so verrückt. Im Film waren außerdem eine Reihe französischer Songs zu hören. Diese Texte, hehe*
Gesehen II (durch die Fensterscheiben) zwei schuhplattelnde Jungs im Gasthof Fraundorfer in der Ludwigstraße in Partenkirchen. Sweet, sie zogen von Tisch zu Tisch
Gehört ganz viel Musik aus Ps Playlists, überwiegend Franz Rap... pas normal :)
Getan I eine schnelle Packliste gekritzelt. Wichtig, immer mitnehmen: Liebe
Getan II einen kleinen Bayern-Roadtrip unternommen. Erst nach Erlangen und von dort nach Garmisch. Ich weiß nicht, ob ich je im Herbst in Garmisch war. Und obwohl es auf der Fahrt fast die ganze Zeit in Strömen regnete, war es doch so schön — weil alles so bunt leuchtete. Wir kamen in der Nähe von Ingolstadt an ganz vielen Holzstangen auf Feldern vorbei und ich fragte mich die ganze Zeit, was da wohl wachsen soll. Bis auf einem Schild am Fahrbahnrand stand: „Holledau, Hopfenland“ oder so ähnlich. Dann machte es klick. Hier wird Hopfen angebaut! Später recherchierte ich, wie so oft. Ich las dazu: „Die Holledau (auch Hallertau oder Hollerdau) ist das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt. Sie liegt in der Mitte Bayerns – eingebettet zwischen den Städten München, Ingolstadt, Regensburg und Landshut. Hier wächst der Großteil des deutschen Hopfens (über 80 %), was etwa einem Drittel der weltweiten Hopfenproduktion entspricht. Die Region ist geprägt von sanften Hügeln, bis zu 7 Meter hohen Hopfengerüsten und den typischen ‘Darren’ (turmartigen Trocknungsgebäuden) in den Dörfern. Der Hopfenanbau ist dort seit dem 8. Jahrhundert belegt“. Ohaaaa! Wie schön das aussehen muss, wenn das alles grün ist — hier zu sehen. (Vor dem Hopfenland-Schild fuhren wir btw bei Nürnberg an einem Schild mit der Aufschrift „Knoblauchsland“ vorbei, hehe. P dann: „Jaaaaa!“ Ich zu ihr: „Dein Paradies!“ Sie liebt Knoblauch. Im Gegensatz zu mir, lol)
Getan III im Regen am Staffelsee und in Murnau spaziert. So ein süßes Städtchen, so pastellig. Und diese Staffelgiebel... Eine Auszogne hätt ich gerne mitgenommen, aber die war mir ehrlich gesagt zu teuer
Gelesen im Garmischer Kreisboten
Getrunken einen Cappuccino von der Tankstelle in Erlangen um kurz vor sieben. Der war guat — und der Lavazza-Becher schön. Freue mich immer über solche Kleinigkeiten
Gegessen I einen Dominostein im Café Mengin in Erlangen (nachdem wir durch den botanischen Garten gelaufen sind und ich im Gewächshaus eine Kanarische Kiefer entdeckt habe, hui). Quasi meinen ersten Lebkuchen der Saison. Ich hab überlegt, ob man so was auch selber machen könnte. Ach, es gibt so viel, was ich noch ausprobieren möchte. Ich würde auch gerne mal Brezen selber machen
Gegessen II eine bayerische Breze. Erste Amtshandlung bei Ankunft in Garmisch: Stopp beim Bäcker Ihle. Wir sind obsessed mit Brezeln/Brezen — also L und ich. Lustig: neulich gab es wohl in der SZ auch einen Brezentest, hab ich mir sagen lassen. Wir sind nicht die einzigen, die Brezen-obsessed sind
Gelacht I ich hab einen Großeinkauf bei Manner in Garmisch gemacht. Den Laden gibt es erst seit drei Monaten, ich hab extra nachgefragt. In die lachsfarbene Papiertüte wanderten Waffeln in allen möglichen Variationen, z.B. mit Kokos. Leider war Ls Favorit nicht dabei. Also sind wir tags darauf nochmal los, um die Sorte Spekulatius zu holen. Nach dem Gustieren zuhause meinte P: „Ich finde die zu würzig.“ Haha
Gelacht II über ein lustiges Kennzeichen: UFF JA
Gelacht III nach der halben Strecke switchen P und ich beim Fahren. Nachdem sie eine Weile auf der Autobahn düst, fragt sie mich: „Und, wie ist es so als passenger princess?“
Gelacht IV dass diesmal, wegen SEV ab Starnberg, statt München Innsbruck als Shopping-Stadt von L und P auserkoren wurde. Aber L bleibt München-Fan
Gefreut I dass P dem Erlanger Organisten in der Kirche ein Kompliment zu seinem Orgelspiel ausgesprochen hat nach der Tauffeier. Plötzlich ging so ein Strahlen über sein Gesicht. Es ist so einfach
Gefreut II über gepuderte Gipfel. Das sieht so wundervoll aus. Wir hatten alle Wetter diesmal: Sonne und 18 Grad, Regen, wolkenverhangene Berge, auf der Rückfahrt durch Österreich 3 Grad
Geärgert I dass L nur ein dünnes Jäckchen in ihrem Gepäck hatte und es so kühl war in Garmisch
Geärgert II dass ein random Typ meine Mädchen auf dem Supermarkt-Parkplatz, nachdem sie Einkaufen waren, anspricht: „Ich habe gerade meinen Bus nach Grainau verpasst. Könnt ihr mich mitnehmen?“ Zum Glück hat P gut reagiert und den Typen in die Schranken gewiesen. Manche Menschen haben null Gefühl oder Gespür. Er hätte alle möglichen anderen Leute ansprechen können auf dem großen Parkplatz (oder einfach auf den nächsten Bus warten?!) — warum zwei so junge Mädchen?? 
Gelernt I dass in Erlangen das größte Wohngebäude Bayerns steht. Es heißt „der lange Johann“. Das Hochhaus ist nicht nur sehr groß sondern auch sehr bunt
Gelernt II dass auf Autobahnraststätten funny Mosaike sein können. Wie z.B. bei Jagsthausen. Ich hab mich instant dran erinnert, dass wir mit der Schule mal dahin gefahren sind, um Götz von Berlichingen auf der Freilichtbühne zu sehen
Gerätselt über eine schwarze Wolke beim Stuttgarter Flughafen auf der Heimfahrt
Gekauft einen Brezenausstecher. Ls Idee. Warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen?? Über den Absender musste ich schmunzeln. Haha, Backfreunde GmbH

Schönes Wochenende!

* Unsere Körper sind todmüde
Die Bäume sind noch voller Langeweile
Wir beide ganz allein in der Stadt
Solche Augenblicke muss man nutzen
Komm, drehen wir eine Runde im Regen
Komm und drehe eine Runde in meinem Leben
Wir gehen zusammen bis es Mittags wird
allein im Regen
Auf dem Pflaster hallen unsere Schritte wider
Wir gehen extra durch die Blätter
Die Bäume schauen lächelnd zu
Sie träumen vom Frühling









































Sonntag, 25. Oktober 2026

Sonntagssüß: Zimtschneckenkuchen

Dieser Kuchen war ein Wunsch von L, sie hat das Rezept auf TikTok gefunden. Es ist super — das hat auch eine Freundin von P bestätigt, wie der Screenshot ihres Dankeschreibens beweist, hehe. Ich hatte P ein Stück für sie mitgegeben (Gutes teilen macht so Spaß!). 

Das Rezept ist ideal, wenn man Lust auf schnelle Zimtschnecken hat, aber keine Lust auf langes Warten für einen Hefeteig! Ab heute gibt es Raketen-Zimtschnecken! In einer Stunde ist man fertig (so lange braucht allein normalerweise der Hefeteig zum Gehen — mindestens!) 

Das Rezept findet sich unter den Bildern.




Zutaten für eine eckige Form von ca. 25 x 30 cm

Teig
90 g Butter (weich)
30 g Skyr
3 Eier
110 g Zucker
1 P. Vanillezucker
300 ml Milch
400 g Mehl
3 TL Backpulver
1 Prise Salz

Zimtswirl
100 g Butter (geschmolzen)
80 g brauner Zucker
2 EL Zimt
1 Prise Salz

Glasur
120 g Puderzucker
1-2 EL Skyr
1 EL Wasser

Den Backofen auf 180 °C vorheizen. 

Butter, Skyr, Zucker, Vanillezucker cremig schlagen. Die Eier einzeln dazu geben. 

Mehl und Backpulver in einer Schüssel vermischen und abwechselnd mit der Milch unterrühren.

Den Teig in die mit Backpapier ausgelegte Form geben. 

Die Swirl-Zutaten vermischen und klecksweise auf dem Teig verteilen. Mit einer Gabel marmorieren.

Den Kuchen für ca. 40 bis 45 Minuten auf mittlerer Schiene backen. 

Für die Glasur die Zutaten mit einem Schneebesen vermengen und über den (noch leicht warmen) Kuchen gießen. Mmmhhhhh....

Samstag, 24. Oktober 2026

Blick zurück

Gesehen ein tolles Video aus Eichenau, wo es einen Verein gibt, der alle drei Jahre das Maibaumaufstellen zelebriert. Beeindruckend... Wie sie erst mal den ultralangen Stamm „ernten“ und transportieren. Ich dachte, die bringen den vielleicht in irgendein Werk, wo er geschält und geschliffen wird – aber nein, das passiert alles mit vielen, vielen Helfern von Hand! Genau wie das Bemalen auch (18 Liter blaue und weiße Farbe werden benötigt). Bis zur Aufstellung wird der Baum strengstens auf Gut Roggenstein bewacht, und zwar rund um die Uhr, hehe. Und es wird mit einem kleinen Modell-Maibaum und Miniatur-Schwalbenwerkzeugen das Aufstellen geplant und geübt. Die Kommandos dabei lauten „Sammas“ und „Hauruck“. Funny. Wie spannend und aufwändig das ist — kein Wunder, dass sie den Maibaum nur alle drei Jahre aufstellen! Ich kenne den Maibaumbrauch aus meiner Heimat etwas anders: Da stellt ein Mann in der Nacht zum 1. Mai eine kleine Birke vor das Haus seiner Angebeteten... Sehr süß
Gehört „Ultra Naté — Free“.  Als wir in die Heimat fahren, läuft das plötzlich über Ks Handy im Auto. Ich werd verrückt: „Woher kennst du das Lied?? Das haben wir früher immer gehört!!“ K: „Von TikTok!“ Ich finde das immer so krass, wenn plötzlich Lieder von früher wieder angesagt sind (z.B. wegen einer Serie) und die Jungen das dann auch hören. Hab mir den Song gleich in meine Playlist gepackt und morgens beim Einkaufenfahren aufgedreht zum Wachwerden, haha
Getan I ganz schön viel Versicherungskram mit K erledigt. Ich wusste gar nicht, dass wenn man einen Code aufs Handy bekommt und den dann dem Versicherungsagenten am anderen Ende der Leitung durchgibt, dass das als Unterschrift gilt, huiii
Getan II einige Pakete für Ks Dinge, die er in die Kleinanzeigen gestellt hat, verpackt und frankiert und mit ihm zur Post befördert. Lustige Nachrichten inklusive. Hehe — „rasant“
Getan III meinen Schrein (also meinen Compinibili auf dem Schreibtisch) bissl ausgedünnt. Was sich da immer so alles ansammelt. Ich mag „Mise-en-place“-Fotos von Dingen...
Getan IV die Proteas von letzter Woche in der Sonne getrocknet. Die sind viel zu schade zum Wegwerfen
Gelesen I in Joan Didions „Das Jahr des magischen Denkens“. Sehr gut, dass ich es gekauft hab! Finde es super. Als ich da so beim Inliner-Platz sitze und lese, kommen zwei Mädchen (junges Grundschulalter) angegurkt. Sie verheddern sich mit den Inlinern, fallen hin und kichern. Die eine zur anderen: „Heyy! Jetzt hast du mir fast meinen Wackelzahn ausgeschlagen. Ehrlich jetzt! Kein Witz!“ Die andere: „Wackelzahn, Wackelzahn! Ich hatte schon vier Wackelzähne in letzter Zeit.“ Darauf die andere: „Sei nicht so angeberisch.“ Kindermund ist so herrlich 
Gelesen II im Journal von Mono. Ich bin Fan von dieser Firma, die machen so tolles Besteck (meine Eltern haben seit ich denken kann Besteck von Mono) und andere tolle Sachen — ich mag z.B. sehr die Leuchte aus Stanzabfällen aus der Besteckproduktion
Getrunken echt viel Kaffee, wie immer
Gegessen Zimtschneckenkuchen, so guat! Das Rezept kommt morgen. Am besten, ihr besorgt euch heute gleich Zimt, Skyr, braunen Zucker und Puderzucker, hehe. Den Rest (Eier, Butter, Zucker und Mehl) habt ihr bestimmt eh zuhause
Gelacht I wie K mit seinen Kleinanzeigenkunden konversiert. Hahaha, ich kann nicht mehr. „Bruder“ :)))
Gelacht II über lustige Attribute auf dem Zwetschgen-Etikett. „Herkunft: Moldau. Sorte: Stanley. Kaliber: 28 mm.“ Klingt für mich eher nach einem OG als nach Zwetschgen, hahaha. Ich mag Zwetschgen am liebsten roh, nicht als Datschi. Wenn Datschi, dann nur Reiberdatschi — aber das Wort Datschi als solches ist schon urgut!
Gefreut I für P über Worte, die ihr ihre Gastschwester geschrieben hat, nachdem sie zurück war von drüben: „There’s an ocean between us but you’re still my sister.“ Awww, oh Mann, ich muss fast weinen. Wie gut ist es einfach eine zweite Familie zu haben? Ich finde immer, auf Englisch klingen solche Worte noch mal viel besser als auf Deutsch
Gefreut II über einen ganz lieben Brief einer ganz tollen, ehemaligen Lehrerin an L und K. Es braucht viel mehr Lehrer wie sie...
Gelacht I dass K meinen wortlosen Hinweis im Foto direkt versteht („Teilen“). Ich hatte schon ewig keine Fantasialand-Gummibärchen mehr
Gelacht II beim Radfahren sehe ich im Park einen Mann, der auf der Wiese sitzt. An seinem Fahrrad, das neben ihm steht, sind am Gepäckträger zwei große Solarzellen montiert. Die wiederum sind mit dem Laptop verbunden, das der Mann auf dem Schoß hat. Crazy
Geärgert über einen sehr teuren Kostenvoranschlag für meine Lieblingsuhr
Gelernt zwei neue englische Ausdrücke von P. a) Als sie im Kühlschrank mein „Spezi Spritz Deluxe“ entdeckt, sagt sie: „Was ist das für ein spiked Spezi?!? Das hab ich ja noch nie gesehen!!!“ Lustig — spiked! „Wie könnte man das übersetzen?“ P: „Hmmm. Mit Schuss? Solche Sachen trinken sie in den USA dauernd, so Softdrinks angereichert mit Alkohol.“ b) P singt random eine Songtext-Zeile, in der es heißt: „I put some ice on my baby“. Ich: „Was soll das denn heißen?“ „Mit Eis sind Diamanten gemeint.“ „Hö, warum? Weil die aussehen wie Miniatur-Eiswürfel??“ „Ja.“ Hahahaha, okayyyyy
Gefunden schöne Typo auf einer Leuchtenverpackung und ein altes Utensil aus meinem einen Semester Architektur im Keller in der Heimat. Letzteres braucht man heute sicher nicht mehr — das war eine Zeichenschiene für das Erstellen von Plänen, krass. Wie einfach „online“ draufsteht. Ich weiß gar nicht, ob ich damals überhaupt schon online war, ich glaube nicht. Unvorstellbar
Gekauft I ein kleines Bildchen, um das ich eine Weile beim Antiquitätenladen herumgeschlichen bin (das lag aber auch daran, dass der Laden nur donnerstags und freitags für jeweils zwei Stunden auf hat und das Zeitfenster zum Zuschlagen entsprechend klein ist). Ich fand die Ausfschrift „Gratulantin“ witzig. Der Rahmen ist original aus der Jugenstilzeit. Früher hat man wohl solche kleinen Sachen wie dieses Bild zu Einladungen mitgebracht und überreicht. Das sagte die Verkäuferin zumindest...
Gekauft II eine kleine Pinie. Meine erste-Wahl-Pinie, genauer die Pinus Pinea, war nicht mehr lieferbar. Dann musste ich umschwenken auf Pinus Sylvestris (eine Betula Pubescens kam auch noch mit — kurz: meine beiden liebsten Bäume). Lol, diese botanischen Namen. Mir war nicht klar, wie viele unterschiedliche Pinienarten es gibt! 

Schönes Wochenende!